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title Über mich
author Thomas Haake
project NoteChart
date 2026-05-15

Jede kreative Arbeit zeigt einen Teil unserer Persönlichkeit, unseres Wesens. Unsere Ideen werden Realität. NoteChart ist ein Teil meiner Welt — willkommen.


Wer ich bin und warum mir das wichtig ist

Mein Name ist Thomas Haake. Ich bin 65, Kölner, lebe seit Jahren in Vorarlberg, und ich mache seit über 40 Jahren Musik. Das ist der Hintergrund, vor dem alles steht, was hier auf dieser Seite zu sehen ist.

Als ich Anfang der 80er angefangen habe, gab's für Lead Sheets eine Methode: Papier und Kuli. Akkordbezeichnungen oben, Text unten, dazwischen ein bisschen Rhythmik wenn nötig. Jeder Musiker hat sich sein eigenes Lead Sheet geschrieben — damals so, und heute eigentlich immer noch. Diese Sheets sind mir über die Jahre ans Herz gewachsen. Sie sind zerfleddert, kaffeebefleckt, ehrlich.

iReal Pro nutze ich seit Jahren. Aber meine Erwartungen an ein Lead-Sheet-Programm hat es nie erfüllt. Die Vermischung aus Lead Sheet und Übe-App hat für mich nie wirklich funktioniert, und für eine detailliertere Notation der Songs sind die Möglichkeiten viel zu eng. Guitar Pro und MuseScore sind großartige — und komplizierte — Tools. Und für ein schnelles Lead Sheet, das einfach nur das tut was es soll, jedesmal das falsche Werkzeug. Jahrzehnte habe ich darauf gewartet, dass jemand etwas baut, das genau dazwischen liegt: intuitiv wie eine schnelle Skizze, aber mit genug Möglichkeiten, einen Song wirklich zu notieren. Akkorde im Vordergrund wie auf meinen alten Notizblättern, aber Melodie dort, wo man sie wirklich braucht. Wir Musiker leben mit schlechten Tools, und gewöhnen uns daran.

Dass ich das jetzt selber baue, hat mit KI zu tun. Ich bin kein Programmierer und werde auch keiner mehr. Aber als ich vor einigen Monaten zum ersten Mal mit einer KI gearbeitet habe — vorsichtig, neugierig — und mein erstes kleines Programm tatsächlich lief, war klar: hier ist eine Tür auf.

Vor NoteChart habe ich zwei kleine Apps gebaut: Drone Pad, ein Nischenprogramm zum Intonationsüben, und PatchDirector (2016), eine Patch-Verwaltung für Synthesizer. Beide laufen, beide sind veröffentlicht. Ich kann nicht programmieren, aber ich kann, was ich als Musiker über Jahrzehnte gelernt habe: genau hinhören. Eine analytische Denkweise, eine fast schon störrische Neigung, kleine Details genau zu durchdenken, und die Geduld, Dinge so lange zu beschreiben, bis sie wirklich so sind, wie ich sie mir vorstelle. Ein Akkord, der eine Achtel zu früh kommt, klingt anders — und genauso ist's mit jedem Pixel, jeder Hover-Reaktion, jeder Tastenbelegung. Details eben.

Was ich vor allem lernen musste: wie ich mit einer KI arbeite. Anfangs habe ich sie behandelt wie einen Kollegen — mit Smalltalk, mit Andeutungen, mit Sätzen, die ein Mensch sofort verstanden hätte. Das funktioniert nicht. Eine KI ist ein Werkzeug, kein Gegenüber. Sie liest, was dasteht, und nichts dazwischen. Also habe ich mir das Schreiben in knappen Abkürzungen angewöhnt — präziser als ganze Sätze, ungeschönt, funktional. Ich beschreibe, die KI baut. Das ist die Arbeitsteilung. Notepad zu, Mensch noch da, KI weg.

Was die Leute oft nicht sehen, ist wie hart das tatsächlich ist. Seit Wochen sitze ich täglich daran, morgens bis tief in die Nacht. Ein schlampig formulierter Satz, ein zu lockerer Kommentar, und schon dauert das, was eigentlich kurz sein sollte, Stunden. Das ist keine entspannte Bastelei. Das ist ernste Arbeit — und gleichzeitig die spannendste Sache, die ich seit langem gemacht habe.

NoteChart ist das Ergebnis. Es ist das Lead-Sheet-Tool, das ich mir 1995 gewünscht hätte, 2005, 2015, 2025. Beim Arbeiten finde ich alles dort, wo ich es brauche, zu dem Zeitpunkt, der genau richtig ist — ohne Ablenkung, fokussiert, schnell. Die Idee dahinter ist einfach: alles, was ich oft tue, soll mich einen Klick kosten, nicht drei. Akkord setzen, am Balken ziehen für die Länge, Rhythmusnoten dazu oder weg, das ganze Notensystem mal sichtbar, mal nicht — je nachdem, was der Song gerade braucht. Notensetzen geht direkt, ohne Umweg durch ein Menü. Akkorde vorziehen, Volta-Klammern mit Wiederholung, Tonart, Taktart, Tempo — was immer es ist, es ist genau eine Bewegung entfernt. Auch ein Audiofile kann ich importieren, das Tempo wird erkannt, Akkorde werden vorgeschlagen, ich bestätige oder ändere. Intuitiv, ohne Umweg. Und wenn das Sheet fertig ist, geht's in Sekunden an die Bandkolleginnen und Bandkollegen — jede und jeder bekommt die Version, die passt. Die Sängerin ihr Lead Sheet mit Lyrics, die Bassistin die Akkorde mit Rhythmusnoten, der Pianist das volle Notensystem. Aus einem Sheet werden so viele Versionen, wie die Band Köpfe hat.

Endlich gibt's das. Nicht weil jemand anders es gebaut hat — sondern weil ich es selber konnte, mit Hilfe einer Technologie, die mir vor zwei Jahren noch wie Science-Fiction vorgekommen wäre.